Jean León kam 1928 in Santander in Spanien zur Welt und sein wahrer Name war Ceferino Carrión. Mit 19 Jahren begab er sich nur mit einem kleinen Koffer ausgerüstet auf eine lange und schwierige Reise, die ihn nach Paris, New York und schließlich nach Hollywood führen sollte. Der Zufall wollte es, dass Jean León als Kellner im Villa Capri, einem der damals luxuriösesten Restaurants in Hollywood arbeitete, das unter anderen dem Schauspieler Frank Sinatra und dem bekannten Baseballspieler Joe di Maggio gehörte.
Im Villa Capri freundete er sich bald mit jungen Schauspielern an, die dort in der Hoffnung verkehrten, von einem Filmregisseur entdeckt zu werden. Auf diese Weise lernte er unter anderem Natalie Wood, Grace Kelly, Lana Turner, Judy Garland, Debbie Reynolds, die Geschwister Pier Angeli oder James Dean kennen. Aus jenen Zeiten, die in so intensiver Weise gelebt wurden, gibt es jede Menge Anekdoten und Erinnerungen. Tagsüber wurde gedreht und nachts wurde gefeiert. Der Ausklang fand dann stets im Hause des Komponisten Jimmy Van Heusen statt.
Die Freundschaft zu James Dean ermöglichte ihm einen Traum in Erfüllung gehen zu lassen: die Eröffnung des luxuriösesten Restaurants von Hollywood. Das Restaurant hieß La Scala und Jean León selbst wählte den Standort in Beverly Hills aus, wo beide zusammenarbeiteten, um wirklich ein Lokal mit Persönlichkeit zu schaffen. Der plötzliche Tod von James Dean – mit dem er eng befreundet war und der der Taufpate seines Sohnes sein sollte – traf ihn hart, doch auch ohne seinen Freund wurde am 1. April 1956 im Herzen von Beverly Hills La Scala eröffnet. Innerhalb kurzer Zeit wurde aus diesem kleinen Restaurant der Treffpunkt berühmter Schauspieler und Regisseure. Mächtige Produzenten und einflussreiche Politiker gaben sich an den Tischen von La Scala ihr Stelldichein.
Der zweite Teil im aufregenden Leben von Jean León beginnt 1964, als er im Stil eines Bordeaux-Châteaus sein Weingut im Penedès erbaut. Es steht zentral an einer der höchstgelegenen Stellen des Weinbergs, ist von Rebstöcken umgeben und hat sein äußeres Erscheinungsbild im Laufe der vergangenen 40 Jahre beibehalten. Die Philosophie des Weingutes war stets auf Qualität, Eleganz und eine limitierte Produktion ausgerichtet, damit eine persönliche Überwachung aller Weine während des gesamten Bereitungsprozesses gewährleistet blieb. Trotz technischer Errungenschaften werden viele Arbeiten weiterhin manuell und traditionell durchgeführt, was eine ausgezeichnete Kontrolle der Vorgänge erlaubt.
Seit dem Tod von Jean León leitet der Önologe Jaume Rovira die Weinbereitung im Weingut und bringt seine langjährige Erfahrung mit ein. Das Weingut Jean León verfügt über ein erfahrenes Team, bei dem ganz besonders die Mitarbeiter auf dem Weinberg hervorzuheben sind: sämtliche Arbeiten werden manuell ausgeführt, was ermöglicht, sowohl die Trauben auf dem Weinberg als auch im Moment der Lese auf dem Selektionstisch sorgfältig auszuwählen. Bei den Anlagen des Weingutes sind die Edelstahlbehälter mit gekühlter Ummantelung hervorzuheben: In diesen fermentieren alle Rotweine sowie die meisten Weißweine. Neben der Tatsache, dass sie vollkommen hygienisch sind, erlauben sie eine genaue Kontrolle der Gärungstemperatur, was höhere Fruchtaromen und frischere Weine ermöglicht. Das unterirdische Kellergewölbe fasst bis zu 3.000 Barriques. Die Kellerräume haben das ganze Jahr hindurch eine natürliche, stabile Temperatur (zwischen 13 und 15 °C) sowie die für den Ausbau in Barriques und im Anschluss in Flaschen adäquate Luftfeuchtigkeit.
Die Weine werden vom Weingut selbst sowohl für nationale als auch internationale Märkte verfrachtet. Die Frachtzone ist perfekt klimatisiert, um Temperaturschwankungen zu vermeiden, die die Entwicklung des Weines beeinträchtigen könnten. Jede Flasche wird per Hand vor dem Einsetzen in den Verpackungskarton kontrolliert. So ist sichergestellt, dass sämtliche Jean-León-Weine das Weingut entsprechend den qualitativen Anforderungen verlassen. Heute und in Zukunft bleibt das Weingut Jean León dem Vermächtnis seines Gründers treu und setzt auf Qualität, Tradition und Experimentierfreude, um Jahr für Jahr noch bessere Weine zu schaffen.